Ratgeber · Glossar
Fachbegriffe, einfach erklärt
Die wichtigsten Begriffe aus Dentosophie und biofunktioneller Zahnmedizin, jeweils in zwei, drei Sätzen. Begriffe aus dem Lehrmodell der Dentosophy Academy sind als solche gekennzeichnet.
Dentosophie
Funktioneller Ansatz in der Zahnmedizin, ab 1984 in Frankreich entstanden (Dr. Michel Montaud, Dr. Rodrigue Mathieu). Betrachtet Atmung, Schlucken und Kauen gemeinsam mit der Stellung der Kiefer zum Schädel und arbeitet mit dem Balancer und täglichen Übungen. Englisch: Dentosophy.
Biofunktionelle Zahnmedizin
Verbindet drei Disziplinen: Dentosophie (Funktion), biologische Zahnmedizin (verträgliche, metallfreie Werkstoffe) und Mikronährstoffe. Ergänzt die Kieferorthopädie, ersetzt sie nicht.
Balancer
Weiches, herausnehmbares Doppelmundstück ohne individuelle Zahnabdrücke, ein Nachfahre des Soulet-Besombes-Aktivators. Wird in der Dentosophie tagsüber zu Übungen und in der Nacht getragen.
Cranio-faziales System
Schädel, Kiefer und Gesicht als zusammenhängendes System, einschliesslich der Muskulatur und der Funktionen Atmung, Schlucken und Kauen.
Spheno-basilare Symphyse (SBS)
Verbindung von Keilbein und Hinterhauptbein an der Schädelbasis, vor der Wirbelsäule. Anatomisch: Synchondrosis spheno-occipitalis. Im Lehrmodell der Dentosophy Academy bestimmt ihre Lage, wie Ober- und Unterkiefer zueinander stehen.
Cranial strain
Englischer Begriff für eine Verschiebung an der spheno-basilaren Symphyse, also eine Schädelbasis, die nicht in neutraler Position steht. Begriff aus dem Lehrmodell.
Keilbein (Os sphenoidale)
Knochen in der Mitte der Schädelbasis, an dem sich die übrigen Schädelknochen ausrichten.
Hinterhauptbein (Os occipitale)
Knochen am hinteren unteren Schädel, der mit dem Keilbein die spheno-basilare Symphyse bildet und auf dem die Wirbelsäule ansetzt.
CMD (craniomandibuläre Dysfunktion)
Sammelbegriff für Funktionsstörungen von Kiefergelenk und Kaumuskulatur, etwa Knacken, Schmerzen oder eingeschränkte Mundöffnung. Englisch: TMD (temporomandibular disorder).
Bruxismus
Unbewusstes Zähneknirschen oder -pressen, tagsüber oder im Schlaf.
Myofunktionelle Therapie
Übungsbasierte Therapie der Mund- und Gesichtsmuskulatur: Zungenruhelage, Schluckmuster, Lippenschluss, Nasenatmung. Meist von Logopäd:innen oder myofunktionellen Therapeut:innen angeleitet.
Zungenruhelage
Die Position der Zunge in Ruhe. Als funktionell günstig gilt eine Lage am Gaumen, hinter den oberen Frontzähnen.
Mundatmung
Gewohnheitsmässiges Atmen durch den Mund statt durch die Nase, tagsüber oder im Schlaf.
Aufbissschiene
Kunststoffschiene, die Ober- und Unterkiefer voneinander trennt. Unterbricht Knirsch- und Pressmuster und schützt die Zähne; im Lehrmodell der Dentosophie ein passives Hilfsmittel, weil sie die Muskulatur nicht trainiert.
KFO (Kieferorthopädie)
Zahnmedizinisches Fachgebiet für Zahn- und Kieferfehlstellungen, etwa mit festen oder herausnehmbaren Spangen.
KIG und IV
KIG: kieferorthopädische Indikationsgruppen, nach denen in Deutschland die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung eingestuft wird. IV: die Schweizer Invalidenversicherung, relevant für die Kostenübernahme bestimmter kieferorthopädischer Behandlungen.
FRS (Fernröntgenseitenbild)
Seitliche Röntgenaufnahme des Schädels, mit der vermessen wird, wie Ober- und Unterkiefer zum Schädel stehen.
OPG (Orthopantomogramm)
Panorama-Röntgenaufnahme, die Zähne, Kiefer und Kiefergelenke auf einem Bild zeigt.
Airway Dentistry
Vor allem in den USA verbreitete Ausrichtung der Zahnmedizin, die den Atemweg in den Mittelpunkt stellt: Nasenatmung, Zungenlage, Kieferentwicklung und schlafbezogene Atmung.
Posturologie
Lehre von der Körperhaltung und den Einflüssen auf sie, etwa Biss, Kopfhaltung und Fussstellung. In der Dentosophie Ausbildung gehören posturologische Tests mit dem Balancer zum Unterricht.