Ausbildung, Fortbildung, Curriculum: was hinter den Begriffen steckt
Die Begriffe werden uneinheitlich verwendet. Eine Dentosophie Ausbildung ist keine staatlich geregelte Weiterbildung und kein Fachzahnarzttitel, sondern ein strukturiertes Bildungsprogramm: Es vermittelt ein Modell und zeigt, wie du es in deinem Berufsalltag anwendest.
Entscheidend ist deshalb nicht das Etikett, sondern was drinsteckt: der Umfang in Stunden, der Anteil an Präsenz, die Grösse der Gruppe und was nach dem letzten Modul kommt.
Wer unterrichtet, und aus welchem Fach?
Dentosophie berührt Kieferorthopädie, Funktion, Atmung und Haltung. Wer selbst kieferorthopädisch ausgebildet ist, kann ehrlicher sagen, wo die Methode allein trägt und wo nicht. Frag deshalb nach der Person hinter dem Programm:
- Welche Qualifikation hat die Lehrperson, und arbeitet sie selbst mit der Methode in der eigenen Praxis?
- Seit wann unterrichtet sie, und wie viele Praxen hat sie bereits ausgebildet?
- Gibt es Angaben, die du nachprüfen kannst, etwa Publikationen oder Lehrtätigkeiten?
Online, Präsenz oder beides?
Theorie lässt sich gut online lernen, im eigenen Tempo und so oft du willst. Das Sehen und Testen am Menschen nicht: an einem Gesicht die Lage der Schädelbasis ablesen, ein Kaumuster beurteilen, mit dem Balancer arbeiten. Dafür braucht es Präsenz in einer kleinen Gruppe.
Achte auf das Verhältnis: Wie viele Stunden sind online, wie viele vor Ort, und wie viele Personen sitzen im Präsenzteil am Tisch?
Fortbildungsstunden und ihre Anerkennung
Frag nach dem Umfang in Stunden und danach, ob und wo diese Stunden als Fortbildung anerkannt sind. Die Regeln unterscheiden sich zwischen der Schweiz, Deutschland und Österreich; eine Anerkennung in einem Land gilt nicht automatisch im anderen.
Lass dir im Zweifel schriftlich bestätigen, was für deine Kammer oder Fachgesellschaft zählt.
Die Schnittstelle zur Kieferorthopädie, besonders bei Kindern
Eine seriöse Ausbildung macht nicht aus jeder Fehlstellung einen Fall für Dentosophie. Sie lehrt dich zu unterscheiden, wann funktionelle Arbeit den Wachstumsverlauf allein begleiten kann, wann sie kieferorthopädisch flankiert werden muss und wann ein Fall von Anfang an in kieferorthopädische Hände gehört.
Frag, ob das ausdrücklich Teil des Unterrichts ist, und wie du lernst, Eltern sachlich über Einstufung und Zuständigkeit aufzuklären.
Material und Geräte
Kläre, mit welchen Geräten gearbeitet wird und ob ein Startset enthalten ist. In der Dentosophie wird mit dem Balancer gearbeitet, einem weichen, herausnehmbaren Doppelmundstück ohne individuelle Zahnabdrücke. Frag auch, wie das Material im Unterricht eingesetzt wird: nur gezeigt oder selbst ausprobiert?
Was ein Zertifikat bedeutet, und was nicht
Ein Abschluss in Dentosophie bescheinigt die Teilnahme an einem Bildungsprogramm. Er ist keine Zulassung, kein Fachtitel und keine Behandlungsberechtigung. Was du nach der Ausbildung in deiner Praxis diagnostizierst und behandelst, richtet sich weiter nach deiner eigenen Berufszulassung.
Wenn ein Anbieter mehr verspricht, frag nach.
Nach dem Kurs: Austausch statt Einbahnstrasse
Die meisten Fragen kommen erst mit den ersten eigenen Fällen. Frag deshalb, was nach dem letzten Modul passiert: Gibt es Fallbesprechungen, Webinare und einen Austausch mit Kolleg:innen und der Dozentin?