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Ratgeber · Für Zahnärzt:innen

Myofunktionelle Therapie und Dentosophie: wo sie sich treffen

Wer in der Praxis mit Zunge, Schlucken und Atmung arbeiten will, sucht oft zuerst nach einer Fortbildung in myofunktioneller Therapie. Dieser Artikel zeigt, was die Dentosophie mit ihr teilt, was sie ergänzt und wohin was gehört.

Von Dr. med. dent. Rebekka Hueber · Fachzahnärztin für Oralchirurgie · M.Sc. KieferorthopädieStand: Oktober 2026

Einordnung: Ursache-Wirkungs-Aussagen in diesem Artikel beschreiben das Lehrmodell der Dentosophy Academy, keinen Konsens der Fachgesellschaften. Diagnose und Behandlung bleiben bei qualifizierten Fachpersonen im Rahmen ihrer Zulassung.

Was myofunktionelle Therapie macht

Myofunktionelle Therapie ist eine übungsbasierte Therapie der Mund- und Gesichtsmuskulatur: Zungenruhelage, Schluckmuster, Lippenschluss und Nasenatmung. Patient:innen üben über Wochen bis Monate, meist angeleitet von myofunktionellen Therapeut:innen oder Logopäd:innen.

Was die Dentosophie mit ihr teilt

Die Dentosophie schaut auf dieselben Funktionen: Atmung, Schlucken, Kauen und wo die Zunge ruht. Wie die myofunktionelle Therapie versteht sie sie als aktive Funktionen, die man trainieren kann, nicht als feste Positionen, die mechanisch korrigiert werden.

Was die Dentosophie ergänzt

Die Dentosophie stellt diese Funktionen in einen grösseren Rahmen. Vier Elemente unterscheiden sie:

  • Ein Modell der Schädelbasis: Im Lehrmodell der Akademie bestimmt die Lage von Keilbein und Hinterhauptbein an der spheno-basilaren Symphyse, wie die Kiefer zueinander stehen.
  • Ein Gerät: der Balancer, ein weiches, herausnehmbares Doppelmundstück ohne individuelle Zahnabdrücke, für Übungen am Tag und in der Nacht.
  • Ausgewogenes Kauen: gleichmässig auf beiden Seiten kauen gehört zum Training, weil die Kaumuskulatur an der Schädelbasis ansetzt.
  • Haltung: posturologische Tests mit dem Balancer zeigen, wie Biss, Kopfhaltung und Körperstatik zusammenspielen.

Wohin was gehört, und wie beides zusammengeht

Steht ein isoliertes Schluck- oder Sprechmuster im Vordergrund, ist myofunktionelle Therapie oder Logopädie oft der richtige erste Schritt. Wo Funktion, Kieferstellung und Haltung ineinandergreifen, bietet die Dentosophie einen Rahmen, der sie verbindet.

In der Praxis wird beides oft kombiniert: Die Zahnärztin beurteilt Biss und Kieferstellung zum Schädel, die Therapeutin trainiert gezielte Muskelmuster.

Ist die Dentosophie Ausbildung eine Qualifikation in myofunktioneller Therapie?

Nein. Die Ausbildung ist ein Bildungsprogramm. Sie verleiht keine Qualifikation als myofunktionelle Therapeutin oder Logopädin, und was du in deiner Praxis tust, richtet sich weiter nach deiner eigenen Berufszulassung.

Was Zahnärzt:innen in der Dentosophie Ausbildung lernen

Du lernst, funktionelle Muster von Atmung, Schlucken und Kauen zu lesen, die Schädelbasis an einem Gesicht zu erkennen und am Patienten zu testen, mit dem Balancer zu arbeiten und zu erkennen, wann ein Fall zu Kieferorthopädie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde oder Schlafmedizin gehört.