Einordnung: Ursache-Wirkungs-Aussagen in diesem Artikel beschreiben das Lehrmodell der Dentosophy Academy, keinen Konsens der Fachgesellschaften. Diagnose und Behandlung bleiben bei qualifizierten Fachpersonen im Rahmen ihrer Zulassung.
Was myofunktionelle Therapie macht
Myofunktionelle Therapie ist eine übungsbasierte Therapie der Mund- und Gesichtsmuskulatur: Zungenruhelage, Schluckmuster, Lippenschluss und Nasenatmung. Patient:innen üben über Wochen bis Monate, meist angeleitet von myofunktionellen Therapeut:innen oder Logopäd:innen.
Was die Dentosophie mit ihr teilt
Die Dentosophie schaut auf dieselben Funktionen: Atmung, Schlucken, Kauen und wo die Zunge ruht. Wie die myofunktionelle Therapie versteht sie sie als aktive Funktionen, die man trainieren kann, nicht als feste Positionen, die mechanisch korrigiert werden.
Was die Dentosophie ergänzt
Die Dentosophie stellt diese Funktionen in einen grösseren Rahmen. Vier Elemente unterscheiden sie:
- Ein Modell der Schädelbasis: Im Lehrmodell der Akademie bestimmt die Lage von Keilbein und Hinterhauptbein an der spheno-basilaren Symphyse, wie die Kiefer zueinander stehen.
- Ein Gerät: der Balancer, ein weiches, herausnehmbares Doppelmundstück ohne individuelle Zahnabdrücke, für Übungen am Tag und in der Nacht.
- Ausgewogenes Kauen: gleichmässig auf beiden Seiten kauen gehört zum Training, weil die Kaumuskulatur an der Schädelbasis ansetzt.
- Haltung: posturologische Tests mit dem Balancer zeigen, wie Biss, Kopfhaltung und Körperstatik zusammenspielen.
Wohin was gehört, und wie beides zusammengeht
Steht ein isoliertes Schluck- oder Sprechmuster im Vordergrund, ist myofunktionelle Therapie oder Logopädie oft der richtige erste Schritt. Wo Funktion, Kieferstellung und Haltung ineinandergreifen, bietet die Dentosophie einen Rahmen, der sie verbindet.
In der Praxis wird beides oft kombiniert: Die Zahnärztin beurteilt Biss und Kieferstellung zum Schädel, die Therapeutin trainiert gezielte Muskelmuster.
Ist die Dentosophie Ausbildung eine Qualifikation in myofunktioneller Therapie?
Nein. Die Ausbildung ist ein Bildungsprogramm. Sie verleiht keine Qualifikation als myofunktionelle Therapeutin oder Logopädin, und was du in deiner Praxis tust, richtet sich weiter nach deiner eigenen Berufszulassung.
Was Zahnärzt:innen in der Dentosophie Ausbildung lernen
Du lernst, funktionelle Muster von Atmung, Schlucken und Kauen zu lesen, die Schädelbasis an einem Gesicht zu erkennen und am Patienten zu testen, mit dem Balancer zu arbeiten und zu erkennen, wann ein Fall zu Kieferorthopädie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde oder Schlafmedizin gehört.